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Chronik einer langjährigen Partnerschaft

von M. Malinowski (Koordinator)

 

 

Wie alles begann

 

Es war einmal eine ehemalige Schülerin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Anett Guttke aus Salzwedel, die nach ihrem Auslandsaufenthalt am Gymnasium in Ikast am Beginn des Schuljahres 1992/93 der damaligen Schulleitung vorschlug, eine intensive Schulpartnerschaft mit dem Ikast-Brande-Gymnasium auf Jütland aufzubauen. Ich kann mich als ehemaliger Stellvertreter des damaligen Albert-Schweitzer-Gymnasiums an die Skepsis und Zweifel erinnern. Wer kennt schon Ikast? Am Ende entschieden wir nach dem Motto: Man könne es ja einmal probieren. Diese Idee aus dem Herbst 1992 gilt jedenfalls als Grundstein unserer Partnerschaft, auch wenn es zu konkreten Begegnungen zwischen dänischen und deutschen Schülern beider Gymnasium erst 1993 kam.

Frau Rafalzyk, Schulleiterin des ehemaligen Albert-Schweitzer-Gymnasiums, gab trotz aller Bedeken grünes Licht und bat Herrn F. Rössing und Frau Röhl mit zwei Schülern im März 1993 (Jörg Düngefeldt, Florian Lahmann) nach Ikast zu reisen, um erste Kontaktgespräche zu führen. Auch auf dänischer Seite war das Interesse groß und so konnte der erste Besuch einer deutschen Schülergruppe für Oktober 1993 organisiert werden.

Natürlich wollte sich die 1. Reisegruppe gut präsentieren und so kümmerten sich die Schüler einer 10. Klasse nicht nur um Gastgeschenke, sondern trainierten unter Hilfe der Tanzschule Müller Salzwedel seinerzeit zwei altmärkische Tänze ein.

 

Erster Eindruck 1993: Die Schule selbst, räumlich und technisch großzügig ausgestattet, wirkte vom Bau her sehr imposant und einladend auf uns und war in keiner Weise mit unseren Bedingungen vergleichbar. Überrascht waren die Schüler, dass Lehrkräfte, Schulleiter und Schüler sich traditionell duzen, man keine Klausurpläne vorfand, der Unterricht in der Regel später begann (8.15 Uhr) und meistens eher endete. Nicht vorstellbar war aber auch damals, dass noch in der Mehrzweckhalle und in den Sitznischen vor den Unterrichtskabinetten kräftig geraucht werden konnte und Nichtraucher keine Chance hatten dem auszuweichen. Aber auch das war einmal.

Inzwischen ist das Rauchen im Gebäude und in der Turnhalle verboten, ein Klingelzeichen gibt es nicht mehr und alle Unterrichtseinheiten (Module) haben eine Länge von 70min. (ohne Pause). Traditionell gibt es seit 1993 immer noch Schulversammlungen (gegenwärtig in einer neu errichteten Aula), wo alle Schüler aller Jahrgänge mit Lehrern wichtige Höhepunkte im Schulablauf besprechen. Beeindruckend: Alle singen traditionell aber immer noch ein gemeinsames Lied.

An das großartige Musikprojekt „Zauberflöte“ von 1993 erinnert noch ein T-Shirt, welches wir mit Regelmäßigkeit bei öffentlichen Anlässen in Salzwedel und in Ikast tragen, um an die Langjährigkeit unserer Beziehungen zu erinnern.

 

 

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 Martin Gille trägt hier das symbolische Shirt von 1993,

hier mit Antonia Schwede in einer Pause im Ikast-Gymnasium (Jan 1997)

 

Ich war seit dieser Zeit in meiner Funktion als Koordinator unter anderem verantwortlich für die Vorbereitung und Organisation der Partnerschaft mit Dänemark und arbeitete eng mit Frau Regitze Aegidius (Englisch/Deutsch), verantwortliche Koordinatorin auf dänischer Seite, zusammen.

Regitze war es auch, die mit ihrer Deutsch-Klasse und Lars Kjaergaard (Geografie) im September 1994 mit einer größeren Gruppe dänischer Jugendlicher Salzwedel besuchte. Die deutschen Schüler waren sehr aufgeregt, zum ersten Mal ausländische Schüler privat aufzunehmen. Manche renovierten sogar noch ihr Zimmer (z. B. Tobias Hartmann). Ich erinnere mich, dass die begleitenden dänischen Lehrer mir die Skepsis ihrer dänischen Schüler verrieten, sich an einer Fahrt nach Salzwedel zu beteiligen. Für die meisten war es die erste Fahrt in ein östliches Bundesland und mit durchaus kuriosen Vorstellungen – wie die dort wohl leben – behaftet! Erstaunt war ich in einer Deutschstunde am Hospitationstag, als ich mit den dänischen Schülern thematisch an Gedichten von Dissidenten wie Wolf Biermann und Günter Kunert arbeiten sollte, auf welchem Niveau eine dänische Klasse deutsch erlernte. Schließlich kannte ich nur den dänischen Satz „Jeg teller ikke dansk – ich spreche kein dänisch“, der Rest war zwei Stunden Deutschunterricht pur!

 

Unterbrechungen dänischer Studienfahrten nach Salzwedel

Aber diese Besuchsreihe wurde von dänischer Seite nicht fortgesetzt. Jährlich durfte zwar eine deutsche Schülergruppe mit ca. 25 interessierten Schülern der Jahrgänge 10 und 11 nach Dänemark reisen, aber kein dänischer Gastgeber konnte Salzwedel besuchen. Im Schuljahresablauf der dänischen Schule gab es neben den thematischen Studienfahrten Probleme, eine zusätzliche Freistellung für Schüler zu ermöglichen.

Auf deutscher Seite fusionierten zum Schuljahr 1996/97 das Jahngymnasium und Albert-Schweitzer-Gymnasium. Ohne Wenn und Aber bekannte sich einstimmig die neue Gesamtkonferenz des Jahngymnasiums im November 1996 dazu, die partnerschaftliche Arbeit mit Dänemark fortzusetzen. Frau Rafalzyk nahm im April 1997 als neue Stellvertreterin des Schulleiters die Gelegenheit war, offiziell die Schulleitung in Ikast zu vertreten und das Interesse an der Zusammenarbeit von Salzwedeler Seite aus zu bekunden.

 

Ein neues Kapitel - Dänische Sportler zum Jahnsportfest

Um überhaupt Begegnungen von dänischen Jugendlichen in Deutschland zu ermöglichen, entstand eine neue Idee durch den Fachbereich Sport. Wenn deutsche Delegationen weiterhin für eine 5-Tage-Tour in jedem Jahr herzlich willkommen sind, dann laden wir die Dänen dafür jedes Jahr im September mit einer Mannschaft zum Jahnsportfest nach Deutschland ein (Volleyball, Leichtathletik). Damit war natürlich ein Höhepunkt für das größte Sportfest unserer Region geschaffen! Schulleiter Kurt Moeller Pedersen nahm selbst als Ehrengast am Jahnsportfest 1997 teil und konnte sich trotz eines Wolkenbruchs von der hervorragenden Organisation des Sportfestes überzeugen. Er reiste im September 1997 mit sehr professionellen Spielerinnen und Spielern an. Der Besuch war kurz: Die Schüler lebten in der Regel für 3 Tage mit nur 2 Übernachtungen bei deutschen Schülern an. Sie hatten einen Tag für eine Stipp-Visite durch Salzwedel zur Verfügung, einen Wettkampftag mit abendlicher Feier und schließlich einen halben zweiten Wettkampftag. Dann reiste die Mannschaft wieder ab. Auf der Rückfahrt hatten die dänischen Sportler schwere Lasten zu tragen, nicht nur Gastgeschenke ihrer Gastgeber, sondern stets die begehrten Volleyball-Pokale. Damit war allerdings zum Jahnsportfest 1999 Schluss. Aase Oerhoj (Sportlehrerin und Betreuerin der Sportler) begründete in einem Gespräch mit Kultusminister Harms der Presse, dass Dänemark in diesem Jahr ohne Volleyballer, sondern „nur“ mit 12 guten Leichtathleten anreise. Schließlich wurden die Dänen gerade dänischer Meister aller Schulen. Minister Harms empfand das als äußerst faire Geste der Dänen (Jeetze-Kurier vom 20.09.99).

 

Für eine intensive Fortsetzung der Beziehungen hatte die jährliche Teilnahme am Sportfest auch eine Kehrseite: Die teilnehmenden dänischen Sportler waren in Ikast nicht automatisch immer die Gastgeber der deutschen Schüler für die künftige Studienfahrt, sodass es für Regitze Aegidius in Ikast immer schwieriger wurde, 25 dänische Gastgeber zu finden, die selbst keine Möglichkeit erhielten (außer als gemeldeter Sportler), Salzwedel zu besuchen. Außerdem war der Aufenthalt der Sportmannschaften vom Umfang und Programm her mit einer Studienfahrt zum Kennenlernen des Schulsystems nicht unbedingt vergleichbar. Das Problem spitzte sich für Regitze deutlich zu, sodass eine Fortsetzung des Austauschs durch diesen Umstand bedroht war.

Vier mal, von 1997 bis 2000 besuchten uns also Sportmannschaften aus Ikast, dann wurde gemeinsam eine neue Überlegung angestellt.

 

Einladungen zu feierlichen Anlässen

Das Jahngymnasium ließ es sich nicht nehmen, die traditionelle Bedeutung der Zusammenarbeit auch damit zu bekunden, dass stets zu wichtigen feierlichen Höhepunkten Gäste aus Dänemark geladen waren. Die Einweihung des sanierten Jahngymnasiums 1999 war ein lang ersehnter Traum aller Schüler und Lehrkräfte. Herr Kurt Moeller Pedersen (Schulleiter Ikast) ließ sich durch Tonny Hansen (Deutsch/Geografie) vertreten. Tonny war mit seiner Familie auf Wochenend-Besuch in Salzwedel und von Stadt und Schule sehr angetan. Das Publikum in der Feierstunde hingegen war wiederum von ihm und seiner sehr feierlichen Grußbotschaft in deutscher Sprache begeistert, in der er sich deutlich von dänischer Seite für eine weitere Zusammenarbeit aussprach.

 

Im März 2000 nahm der Schulleiter Herr Aschmann auf Einladung des dänischen Schulleiters an einem Schüleraustausch nach Ikast teil, um auch in Dänemark unsere Haltung zur Fortsetzung des Austauschs zu unterstreichen.

Erwarteter Durchbruch – Studienfahrten auf beiden Seiten

Schließlich entstand nach vielen Gesprächen und Briefen ein Konzept, welches einen gegenseitigen Besuch einer interessierten Schülergruppe von ca. 20-25 Schülern im jährlichen Wechsel ermöglichen sollte.

Im September 2001 begrüßten wir erstmals wieder seit 1994 eine dänische Schülergruppe, von den Lehrern Regitze Aegidius und Nis Hauberg (Deutsch/Geschichte) begleitet. Vier Tage standen für ein Kennenlernen der Schule, des Schulsystems, der Familien, der Kerzenfabrik Salzwedel und einer Exkursion in den Harz zur Verfügung.

Beide Gymnasien einigten sich schnell auf einen festen Besuchsrhythmus, immer unter dem Aspekt, schulorganisatorische Belange der jeweils anderen Schule (z.B. Abiturprüfungen, Reisewoche etc.) stets zu respektieren.

 

 

 

Sichtbares Zeichen zum 10. Jahrestag

 

Aus Anlass des 10. Jahrestages hatte der Schüler Johannes Brattke (selbst Ikast-Kenner) die grandiose Idee, einheitliche T-Shirts anfertigen zu lassen, die auf das Gründungsdatum verweisen sollen. Schnell wurde der Slogan „Freundschaft seit 1993 – Ikast und Jahngymnasium Salzwedel“ gefunden. Noch immer tragen wechselseitig dänische und deutsche Schüler an einem Tag in der Schule dieses hellblaue Shirt, natürlich auch um überall gesehen zu werden. Dank sei an dieser Stelle dem Sponsor, dem Schulförderverein des Jahngymnasiums, gesagt!

 

 

 

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 Corinna Pollehn und ihr dänischer Gast mit dem Shirt

 

Die Fortsetzung der Schulpartnerschaft stand mit der Zusammenlegung des Jahn- und des Kollwitzgymnasiums zum Schuljahr 2004/05 nicht zur Disposition. Schüler und Lehrer des ehemaligen Käthe-Kollwitz-Gymnasiums wurden sofort in diesen Austausch integriert.

Bei der Organisation der Betreuung dieser Fahrt wird darauf geachtet, dass möglichst viele Lehrerinnen und Lehrer verschiedener Fachbereiche als Betreuer teilnehmen können, um ihnen einen Einblick in ein völlig anderes Schulsystem zu ermöglichen.

 

Im Oktober 2006 konnte sich eine kleine Mini-Gruppe von 13 Schülern mit den Lehrerinnen Ellen Roenhede (Geschichte/Sport) und Gitte Dalby (Deutsch/Englisch) davon überzeugen, wie wertvoll langjährige Verbindungen zum Jahngymnasium sein können. Tief beeindruckt war auch diese Gruppe von ihrem Exkursionstag an die Grenze (Grenzmuseum Helmstedt - Grenzanlagen Hötensleben - zum Abschluss Besuch der größten Grenzübergangsstelle in Marienborn), der seit drei Jahren zum festen Bestandteil des Programms in Deutschland gehört.

 

 

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 Oktober 2006 – Betroffenheit bei unseren Gästen im Grenzmuseum Helmstedt

 

Gitte Dalby meinte zu diesem Austausch u.a. in einer Dankesmail: „Der Kontakt zu euch ist alles andere als oberflächlich“. Ein schöneres Kompliment kann eine Schule als Gastgeber nicht erwarten. Im Hintergrund agierte für diesen Gegenbesuch schon auf dänischer Seite eine neue Lehrkraft: Anette Soerensen (Englisch/Philosophie). Sie wurde vom Schulleiter beauftragt, alle internationalen Beziehungen des Ikast-Gymnasiums zu koordinieren. Anette konnte auf gute Erfahrungen und Materialien sowie Unterstützung von Regitze Aegidius aufbauen, der für die 13jährige Betreuung und Organisation (oft in Zusammenarbeit mit Carsten Thorsback – Französisch/Deutsch) ein großes Dankeschön ausgesprochen werden muss. Ohne engagierte Ansprechpartner auf dänischer Seite wie Regitze und Carsten hätten wir keinen so langjährigen Austausch gestalten können.

Dank also für langjährige Koordination und Veränderung der Verantwortlichkeit

Mit diesem Wechsel war der Austausch nicht mehr eine Angelegenheit des Fachbereichs Deutsch in Dänemark, sondern ein Anliegen der ganzen Schule.

 

 

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Besuch eines mittelständischen Unternehmens – hier im Unternehmen „ Ege Taepper“

 

Kaum waren die Dänen vor Beginn der Herbstferien 2006 wieder glücklich zu Hause, begann die erste Informations- und Werbeveranstaltung für den neuen Austausch. Das Interesse war riesig: 38 Schülerinnen und Schüler stellten einen Freistellungsantrag zur Teilnahme, leider musste am Ende für die 22 angebotenen Reiseplätze das Los entscheiden. Begleitet von Frau Meyer und meiner Person erlebten alle Beteiligten unvergessliche Tage! Schulleiter Kurt Moeller Pedersen (Dänisch/Englisch) begrüßte auf einer Schulversammlung die deutsche Delegation in deutscher Sprache und als Leckerbissen durften alle einen Ausschnitt aus dem seit Monaten von Schülern und Musiklehrern einstudierten Musical „Jesus Christ – a Superstar“ hören.

Deutlich war für alle Beteiligten, dass beide Schulen den Austausch als festen Bestandteil ihres Schullebens betrachten und fortsetzen möchten.

 

2010 – besondere Ereignisse

Die Festigung der Freundschaft zeigte sich letztlich wieder mit dem Besuch von 27 Schülern des 11. Jahrgangs im Januar 2010. Trotz härtester Witterungsbedingungen (Exkursionen an die Nord- und Ostsee waren für das traditionelle Unternehmen „Pachali-Reisen“, besonders für Fahrer Frank Kadeki eine echte Herausforderung) war auch diese Fahrt ein voller Erfolg. Das Musical „Hair“ konnte von allen Salzwedelern in der Herninger Kongresshalle (1000 Zuschauer) live erlebt werden. Deutsche Schüler staunten über soviel musikalische und tänzerische Professionalität!

 

Der Gegenbesuch im September 2010 stand für die Partnerschule unter einem besonders guten Stern: Über Telefonkontakt erfuhren wir, dass Ikast den Zuschlag durch das dänische Kultusministerium bekam, künftig auch Klassen einzurichten, die ein internationales Abitur (alle Fächer in englischer Sprache) ablegen dürfen.

„Wunder gibt es immer wieder“ (Song von Katja Ebstein), auch was diesen Austausch betrifft: Im Oktober 2010 gab es auf einer Studienfahrt nach London in einem U-Bahn-Tunnel plötzlich ein großes Geschrei in der Schülermenge: What the matter? Zwei deutsche Gastgeber trafen ihre dänischen Gäste im Londoner U-Bahn-Tunnel wieder, die sie erst vier Wochen zuvor in Salzwedel freundlich bewirteten.

 

Da der neue verantwortliche Koordinator Mads Brinkmann eine neue Stelle an einer anderen Schule annahm, arbeitete sich seit 2011 Malene Housgaard in die Organisation ein und konnte dafür sorgen, dass dem ungebrochenen Interesse der deutschen Schüler ausreichend Gastgeber zur Verfügung standen. Malene lernte selbst Salzwedel im September 2011 kennen und war mit der ersten Koordinatorin Regitze Aegidius (in Begleitung) zu Gast. Symbolisch war es ein schöner Akt, beiden vor der großen Schulversammlung zu danken. Auf deutscher Seite wurde ich seit 2011 durch Herrn Jörg Radtke maßgeblich unterstützt. Er selbst überzeugte sich von den Gegebenheiten in Ikast im Jahr 2011 und 2012. Die bisher zahlenmäßig stärkste Gruppe fuhr mit ihm schließlich im November 2012 mit 29 Schülern nach Ikast.

 

Malene nahm jedoch wie ihr Vorgänger bald eine Leitungsfunktion an einer anderen dänischen Schule an und so lernte ich Jytte Buttgereit, eine Dänin mit deutschen Wurzeln kennen, die die Fäden des Austauschs von dänischer Seite aus in die Hand nahm. Selb st von der Herzlichkeit in Salzwedel beim Gegenbesuch im September 2013 angetan, empfing sie Frau Bennett und mich beim Novemberbesuch in Dänemark mit einem neuen, gut durchdachten Programm. Auf der Hitliste der Schüler standen zwei Programmdetails: Einerseits gaben selbst Kunstmuffel zu, dass ein Besuch des Kunstmuseums "Aros" in Aarhus etwas ganz Besonderes ist. Andererseits hellten sich alle Gesichter während der regenreichen Besuchswoche auf, als beim Besuch der Westküste für einen ganzen Tag die Sonne schien. So musste ein stundenlanger Strandspaziergang zusätzlich eingeplant werden. Was die Unterrichtsbesuche betraf, waren die deutschen Schüler vom Unterrichtsniveau in den IB-Klassen angetan und merkten, dass Physik und Biologie in englischer Sprache zu verstehen eine fachliche und sprachliche Herausforderung ist. Aber am Ende wartet ja auch auf die Schüler dieser Elite-Klassen etwas Besonderes: ein international anerkanntes Abitur, mit dem ich in aller Welt studieren kann!


2013 - ein historisches Jahr mit zwei großen Anlässen zum Feiern

Nicht jede Schule kann mit Stolz auf einen intensiven 20jährigen Schüleraustausch zurückblicken. Wenn dieses Jubiläum auch noch zufällig mit dem 40jährigen Bestehen des Gymnasiums in Ikast zusammenfällt, ist das alle Male ein Grund zum Feiern. Leider kamen die Einladungen erst in den Sommerferien und es war von deutscher Seite organisatorisch nicht möglich, in kurzer Zeit mit einer kleinen Delegation von Schüler- und Lehrervertretern an den Feierlichkeiten in Ikast teilzunehmen. Schade! Dafür reisten Frau Bennett und ich mit einer Schülerdelegation im November nach Ikast und hatten ein symbolisches Geschenk im Gepäck, eine spezielle in der Altmark gezüchtete Apfelbaumsorte. Kurt Moeller Pedersen, der Schulleiter, nahm selbst den Spaten in die Hand und pflanzte den Baum im Schulgelände ein. Hoffen wir, dass er wie unser Austausch wächst und gedeiht und uns über viele, viele Jahre mit einer reichen Apfelernte beschert.

Jytte Buttgereit, die neue Koordinatorin, kann sich inzwischen stolz ihren Mutterpflichten widmen. Wir wünschen ihr alles Gute. Die alte große Frage: Wer kümmert sich von dänischer Seite um den Austausch.


Sigrid Pedersen kam mit ihrem Kollegen Peter Nielsen gleich persönlich zum Gegenbesuch im September 2014. Beide waren nicht nur von der Herzlichkeit der Gastgeber, der Kollegen und Schüler begeistert, sondern auch von den Programminhalten. Neben einem Schultag standen drei Exkursionen mit völlig unterschiedlichen Schwerpunkten auf dem Programm: der Besuch des Harzes (mit kleinen Wanderungen), der Besuch der Landeshauptstadt Magdeburg und dem traditionellen Besuch des Grenzmuseums Helmstedt zum historischen Thema "Das geteilte Deutschland/De delte tyskland". Die Stadtführungen durch Salzwedel übernahmen erstmalig fünf 12Klässler unserer Schule in englischer Sprache selbst, nachdem sie sich in einem Projekt bei Frau Bode (Englisch/Geschichte) mit wichtigen Details der Stadtgeschichte vertraut machten.

Sigrid und Peter organisierten als Dankeschön ein hochinteressantes Programm für die nächste Austauschrunde im Oktober.

 

Eine schöne Geste, die an die Anfänge erinnern lässt:

Wenn Sie sich, lieber Leser, noch einmal an den Anfang der Chronik erinnern, dann wissen Sie noch, wer Anett Guttke war (Lösung: die Salzwedlerin, mit der alles hier Beschriebene begann). Anett lebt gegenwärtig verheiratet in Japan. Ihre Mutti stand Ende August 2014 mit einer riesigen Bücherkiste aus Anetts Dänemark-Zeit als Schülerin vor meiner Tür und fragte, ob wir als Schule an den sehr gut erhaltenen dänischen Büchern Interesse hätten. Auf der Harztour während des Gegenbesuchs 2014 hatten alle dänischen Schüler die Gelegenheit, sich Erzähl-, Gedichtbände, Romane, Wörterbücher und Lehrwerke aller Art in dänischer Sprache als Erinnerung mitzunehmen. Die Aktion löste große Begeisterung aus. Von allen soll ich sagen, mange tak liebe Anett, und viele lGrüße auch vom Jahngymnasium Salzwedel nach Japan!


Wie die Zeit vergeht: Inzwischen schreiben wir September 2017 und blicken auf 25 Jahre Partnerschaft zurück, worauf wir stolz zurecht stolz sein können, denn nicht jede Schule kann auf so einen langen Schüleraustausch verweisen. Hinter uns liegt wieder ein erfolgreicher Gegenbesuch mit 26 Schülern aus Ikast. Der neue Schulleiter, Herr Hoppstock, genehmigte allen Gastgebern, an einer Exkursion der Woche teilnehmen zu können, um die Kontakte durch gemeinsame Erlebnisse zu vertiefen. Was lag wohl näher,  als sich für gemeinsames Klettern im Kletterpark Ilsetal in Ilsenburg zu entscheiden? Das förderte die Teamarbeit und natürlich den gemeinsamen Spaß. Die Deutsch/Sport-Lehrerin Tanza Knutz war zum wiederholten Mal dabei und wieder begeistert. Schade, dass die neue Schulleierin in Ikast, Frau Marianne Dose-Hvidt aus Krankheitsgründen verhindert war, nach Salzwedel zu kommen. Die deutschen Gastgeber gaben sich unendlich viel Mühe, neben dem offiziellen Programm viele gemeinsame Freizeitpunkte zu organisieren (gemeinsames Frühstück in der Schule, gemeinsames Abendessen im Restaurant "Amadeus", Bowling, Besuch des Hanseats, Abschlussparty in Buchwitz) und somit allen Gästen eine schöne Woche zu bereiten. Frau Guttke, die Mutter von Anett, meldete sich am Donnerstag spontan bei mir. Wir planten beide eine kleine Überraschung für den Abschied am Bus. Frau Guttke überbrachte den Schülern eine Grußadresse ihrer Tochter aus Japan und stiftete symbolisch einen Wandteller, der an ihre Zeit in Herning und Ikast erinnerte.

 

Wie kann man sich für diesen Austausch bewerben?

Jeder Schüler des Jahrgangs 11 (gegenwärtige Beschlusslage des Jahngymnasiums) kann sich also zur Teilnahme bewerben und sich auf diesen Austausch vorbereiten. Der großen Anfrage auf deutscher Seite kann am Ende nur mit einer öffentlichen Verlosung der Plätze Rechnung getragen werden. Im Durchschnitt bewerben sich jährlich etwa zwischen 40 bis 50 Schüler für die 25 Plätze. Das Interesse scheint bei Mädchen deutlich größer zu sein als bei Jungen, das fällt auch auf dänischer Seite auf. Englisch als Verkehrssprache bereitet den Schülern auf beiden Seiten keine Verständigungsschwierigkeiten. Ein paar Höflichkeiten in dänischer Sprache lernt man noch ganz nebenbei dazu! (z.B. nach einem netten Abend in der Familie: „Mange tak for an hyggeligen aften“ – vielen Dank für den gemütlichen Abend!)

 

Zwischenbilanz in Zahlen (Stand: November 2017) Auf 25 Besuchen von deuscher Seite in Dänemark lernten ungefähr 600 deutsche Schüler und ca. 40 Kollegen ein oder mehrmals die Partnerschule, das Ikast-Brande-Gymnasium und natürlich dessen Veränderungen kennen. Einige Begleiter sind schon längst im wohlverdienten Ruhestand, manche ehemalige Ikast-Teilnehmer sind inzwischen selbst Eltern von Jahnschülern und motivieren ihre Kinder, sich für diesen Austausch zu bewerben. Einigen Austauschteilnehmern gelingt es immer wieder, über die Begegnung hinaus Kontakte über E-Mail oder Facebook fortzusetzen. Da Ikast mit ca. 7 Stunden Fahrzeit relativ schnell erreichbar ist, gibt es sogar manches persönliche Wiedersehen, z.B. während der Sommerferien.

 

Silberhochzeit - Zeit für einen Koordinatorenwechsel auf deutscher Seite

25 Jahre - trotz Höhen und Tiefen wurden alle kleinen Krisen immer überwunden, stets mit dem Ziel, den Austausch unbedingt als wesentlichen Bestandteil des Schulprogramms beider Schulen zu erhalten und mit Leben zu erfüllen.

25 Jahre - das hieß für mich schon im Vorfeld, an die Übergabe der Verantwortung zu denken und mich nach einer neuen Koordination umzuschauen. Während auf dänischer Seite über den langen Zeitraum viele Koordinatoren wechselten, blieb der Austausch auf deutscher Seite immer in meinen Händen. Mir war es dabei stets wichtig, dass möglichst viele Kollegen verschiedener Fachbereiche die Chance erhielten, an diesem Schüleraustausch teilzunehmen.

Zum Zeitpunkt der Aktualisierung dieser Chronikt steht fest, dass ich mich auf meinen letzten offiziellen Besuch nach Ikast (Ende Oktober 2017/mein 8. Besuch) freuen kann. Danach wird eine andere verantwortliche Lehrkraft den Austausch von deutscher Seite organisieren und die Chronik fortschreiben. Schulisch und privat bleibe ich natürlich der Schule in Ikast weiterhin verbunden und werde die Kontakte zu dänischen Lehrern pflegen. Sollten Harz-Exkursionen weiterhin gewünscht werden, stehe ich als Ilsenburger und Harzer gern zur Verfügung.

 


Koordination und Ansprechpartner:

 

1992 bis 2017: Michael Malinowski       (Deutsch/Ethik; schulfachlicher Koordinator)

 

 

 

 

Fahrten und Begleitung im Überblick

 

Zeitraum

Fahrten nach Dänemark / Begleitung

Besuch aus Dänemark / Begleitung

1993

Vorgespräche im März:  Herr Rössing / Frau Röhl und Jörg Düngefeldt / Florian Lahmann

 

1. Austausch im Oktober:

Frau Prehm / Herr Malinowski

 

1994

 

1. Studienfahrt einer Deutschklasse:

Regitze Aegidius (Koord.) / Lars Kjaergaard

1995

2. Studienfahrt im März:

Frau Hoppe / Herr Reuleke

 

1996

3. Studienfahrt:

Frau Röhl / Herr Malinowski

1. Gegenbesuch z. Jahnsportfest

Regitze Aegidius /

Carsten Thorsback und

Schulleiter

Kurt Moeller Pedersen

1997

4. Studienfahrt im März:

Frau Kausch / Frau Rafalzyk

 

2. Gegenbesuch z. Jahnsportfest

 

1998

5. Studienfahrt im März:

Frau Grasmeier / Frau Röhl

3. Gegenbesuch z. Jahnsportfest

1999

6. Studienfahrt:

Herr Krause / Frau Vetter

4. Gegenbesuch z. Jahnsportfest

2000

7. Studienfahrt im März:

Herr Krause / Frau Staaks und

Schulleiter Herr R. Aschmann

5. Gegenbesuch z. Jahnsportfest

letztmalig

2001

8. Studienfahrt im April:

Herr Rössing / Frau Kunert

2. Studienfahrt im September:

Regitze Aegidius /

Aage Christiansen

2002

9. Studienfahrt im Februar:

Frau Lahne / Herr Malinowski

3. Studienfahrt im September:

Nis Hauberg /

Mads Brinkmann

2003

10. Studienfahrt im Februar:

Frau Kausch / Herr Hundt

4. Studienfahrt im September:

Mads Brinkmann /

Carsten Thorsback

2004

11. Studienfahrt im Februar:

Frau Holst / Herr Malinowski

5. Studienfahrt im September:

2005

12. Studienfahrt im Februar:

Frau Prehm / Frau M. Schulze

6. Studienfahrt im September:

Regitze Aegidius /

Mads Brinkmann

2006

13. Studienfahrt im Februar:

Frau Lahne / Frau Konradt 

7. Studienfahrt im Oktober:

Gitte Dalby / Ellen Ronhoede

2007

14. Studienfahrt im Januar:

Frau C. Meyer / Herr Malinowski

8. Studienfahrt im September:

Jens A. Andersen /

2008

15. Studienfahrt im Januar:

Herr Kempke / Frau Konradt

9. Studienfahrt im September

Jens A. Andersen /

Anette Soerensen (Koord.)

2009

16. Studienfahrt im Januar.:

Frau Ingelore Kausch /

Herr Dr. Vollmer

10. Studienfahrt im September:

Jens A. Andersen /

Aase Grae-Michelsen

 2010

17. Studienfahrt im Jan./Febr.:

Frau Inge Kausch /

Herr Malinowski

 Zeitenwechsel:

18. Studienfahrt im Oktober:

Frau Hille /  Frau Konradt

P. Iwanowa (Sprachassistentin)

 

11. Studienfahrt im September

Gitte Dalby /

Jens A. Andersen

2011

19. Studienfahrt im Oktober:

Frau Bartholomai / Herr Radtke

12. Studienfahrt im September:

Regitze Aegidius /

Malene Housgaard (Koord.) 

2012

20. Studienfahrt im November:

Frau Inge Kausch / Herr Radtke

13. Studienfahrt im September:

Jens A. Andersen / Jeanette

2013

21. Austausch Anfang November

Frau Bennett / Herr Malinowski

14. Studienfahrt im September

Jytte Buttgereit

Jeanette Juncker G. Pillerup

2014

22. Austausch Anfang November

Frau Bennett / Frau S. Schulz

15. Studienfahrt im September

Sigrid Pedersen / P. Nielsen

2015

23. Austausch

Herr Hübner / Frau Seifert

16. Studienfahrt im September

Sigrid Pedersen / P. Nielsen

2016

24. Austausch

Herr Schulz / Frau Kausch

17. September

Tanja Knutz / Jeanette Pinnerup

2017

25. Austausch

Frau Seifert / Herr Malinowski

September

Tanja Knutz / Sigrid Pedersen